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Kurzinfo: «Becken- und Rumpfstabilität»

Ihre Vortragszusammenfassung von Jacqueline Brunner und Lorene Rabold

1. Warum ist die Körpermitte so wichtig?

Unsere Körpermitte wird oben durch das Zwerchfell und unten durch den Beckenboden begrenzt. In diesem Bereich befindet sich unsere Lendenwirbelsäule und das Becken, ein Teil der inneren Organe sowie viele Muskeln.

Die Bauch- und die Rückenmuskulatur setzt sich zusammen aus grösseren, oberflächlicheren Muskeln sowie aus kleineren, tiefer liegenden Muskeln. Die grossen Muskeln sind mehrheitlich Mobilisatoren; das heisst, dass sie uns eine Bewegung ermöglichen wie zum Beispiel das Bücken.

Die kleinen Muskeln sind hauptsächlich Stabilisatoren und spielen entsprechend ihres Namens eine zentrale Rolle für die Stabilität und Haltung. Eine starke Körpermitte mit kräftig ausgebildeter tiefer Rumpfmuskulatur beugt Schmerzen vor und verbessert die Leistungsfähigkeit im Alltag und Sport.

  • Eine sportliche Frau führt eine Übung im Fitnessstudio aus, während sie eine 10 kg schwere Hantelplatte in den Händen hält. Der Fokus liegt auf ihrem konzentrierten Gesichtsausdruck und der hellen Beleuchtung im Hintergrund.
  • Eine weibliche Person sitzt mit dem Rücken zur Kamera und hält sanft ihren Nacken mit beiden Händen. Die Haut ist sichtbar und die Umgebung ist neutral gehalten, wodurch der Fokus auf der Haltung und dem Ausdruck der Erleichterung liegt.

2. Häufigkeit und Ursachen von lumbalen Rückenschmerzen

  • Das am häufigsten vorkommende Beschwerdebild in unserer Körpermitte sind lumbale Rückenschmerzen. Dabei sind mehr als 80% der Bevölkerung mindestens einmal im Leben davon betroffen.

  • Häufig wird mindestens ein Teil der Rückenschmerzen durch schlechte Haltung, falsche Bewegungsmuster und mangelnde Stabilität verursacht – oft sogar der grösste Teil der Beschwerden! Dies passiert, indem die Mobilisatoren die Aufgabe der Stabilisatoren übernehmen. Da diese grossen «Bewegungsmuskeln» nicht für dauernde Aktivität geeignet sind, überlasten sie oft und bilden schmerzhafte Verspannungen und muskuläre Dysbalancen.

3. Untersuchung von Rückenschmerzen & Testung der Stabilität

  • Auch wenn die meisten Rückenschmerzen aufgrund unzureichender muskulärer Stabilität auftreten, ist es wichtig, andere Ursachen wie Bandscheibenproblematiken oder Arthrose in Betracht zu ziehen und wenn nötige weitere Untersuchungen durchzuführen.

  • Tests zur Bewegungskontrolle und Kraftmessung helfen, muskuläre Defizite zu erkennen. 

4. Training & Prävention

  • Viele Wege führen zum Ziel: Die gute Nachricht ist, dass jegliche sportliche Aktivität die Ansteuerung und Funktion der Rumpfmuskulatur verbessern kann.

  • Individuell angepasstes Training: Um unsere Körpermitte gezielt zu kräftigen – gerade, wenn bereits Beschwerden beziehungsweise Schmerzen in diesem Bereich da sind - ist ein auf die persönlichen Stärken und Schwächen zugeschnittenes Programm zielführender.

  • Mögliche Übungen umfassen Wahrnehmungsschulung, Verbesserung der muskulären Koordination und den Kraftaufbau.

Take Home Message

„Use it or lose it!“ – Bewegung hat generell zahlreiche gesundheitliche Vorteile. So können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduziert, das Fortschreiten von Diabetes und Demenz verlangsamt und psychische Erkrankungen positiv beeinflusst werden. Im Speziellen muss auch die Rumpfmuskulatur aktiv genutzt werden, um eine gute Haltung und Stabilität zu gewährleisten, Rückenschmerzen vorzubeugen und unsere Bewegungsqualität zu erhalten. Bereits 30 Minuten Bewegung am Tag können hier bereits zu einer eindrücklichen Verbesserung führen.

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