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Kurzinfo: «Wirbel für Wirbel den Schmerz hinter sich lassen»

Ihre Vortragszusammenfassung von Dr. med. Esther M. Berns

Wirbel für Wirbel pure Funktionalität

Die Wirbelsäule besteht aus fünf Abschnitten: Hals-, Brust-, Lendenwirbelsäule, Kreuzbein und Steissbein. Jeder Abschnitt hat eine spezielle Form und Funktion: Die Halswirbelsäule ist besonders beweglich und ermöglicht das Drehen und Neigen des Kopfes. Die Brustwirbelsäule ist durch die Verbindung mit den Rippen stabil und schützt die Organe. Die Lendenwirbelsäule ist kräftig gebaut, um das Körpergewicht zu tragen. Kreuzbein und Steissbein sind fast unbeweglich und bilden das stabile Fundament zum Becken.

Die doppelte S-Form der Wirbelsäule wirkt wie eine Feder und federt Stösse ab. Zwischen den Wirbeln liegen Bandscheiben als „Stossdämpfer“. Die Rückenmuskulatur stabilisiert die Wirbelsäule, ermöglicht aber auch vielfältige Bewegungen wie Beugen, Strecken, Drehen und Seitneigung. So entsteht eine einzigartige Kombination aus Stabilität, Flexibilität und Schutz für das Rückenmark – die Grundlage für die Multifunktionalität unseres Rückens.

  • Eine Person mit einem Dutt auf dem Kopf hat ihre Hände hinter dem Nacken verschränkt. Die Schultern sind unbedeckt und die Umgebung erscheint hell und unscharf.
  • Eine Hand hält ein Modell der menschlichen Wirbelsäule, während die andere Hand einen Stift hält. Das Modell zeigt die Wirbel und Bandscheiben in einer detaillierten anatomischen Darstellung.

Wirbel für Wirbel purer Schmerz

Verschleiss der Bandscheiben (Bandscheibendegeneration) führt dazu, dass die Bandscheiben an Höhe verlieren und weniger als „Stossdämpfer“ wirken. Dadurch steigt der Druck auf die kleinen Wirbelgelenke, was dort zu Arthrose (Gelenkverschleiss) führt. Das verursacht Schmerzen, vor allem bei Belastung, Bewegung oder längerem Sitzen.

Muskeldysbalancen – also ein Ungleichgewicht zwischen verschiedenen Muskelgruppen – können die Wirbelsäule zusätzlich belasten, zu Fehlhaltungen führen und Verspannungen sowie Schmerzen auslösen.

Psychische Faktoren wie Stress, Angst oder Depressionen verstärken Rückenschmerzen oft, weil sie zu Muskelverspannungen führen und das Schmerzempfinden erhöhen. Auch Bewegungsmangel durch psychische Belastungen kann die Muskulatur schwächen und Beschwerden verschlimmern.

Wirbel für Wirbel Schmerzfreiheit und Funktionalität wiedergewinnen

Dazu dient oft eine Kombination folgender Therapiebausteine:

Eigentraining und Physiotherapie helfen, die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern. Regelmässige Bewegung ist entscheidend, um Rückfälle zu vermeiden und die Funktionalität zurückzugewinnen.

Chiropraktik kann Blockaden lösen und die Wirbelsäule mobilisieren.

Medikamente und Interventionen wie Spritzen lindern akute Schmerzen und ermöglichen so die aktive Teilnahme an weiteren Therapien.

Psychotherapie: Da Stress und seelische Belastungen Schmerzen verstärken können, werden oft psychotherapeutische Verfahren wie die kognitive Verhaltenstherapie eingesetzt. Hier lernen Betroffene, mit Schmerz und Ängsten besser umzugehen und negative Denkmuster zu verändern.

Operationen und Neurostimulatoren: Wenn alle konservativen Massnahmen nicht ausreichen, kann eine Wirbelsäulen-Operation oder das Einsetzen eines Neurostimulators helfen. Der Neurostimulator sendet elektrische Impulse an die Nerven, blockiert so die Schmerzweiterleitung und ermöglicht vielen Patient:innen ein schmerzfreieres, aktiveres Leben.

Durch diese individuell abgestimmte Kombination aus körperlicher Aktivierung, medikamentöser Unterstützung, psychologischer Begleitung und – falls nötig – moderner Medizintechnik kann Schmerzfreiheit und eine bessere Lebensqualität erreicht werden.