Bertolotti-Syndrom
Ursachen
Angeborene Fehlbildung: Zusätzlicher lumbosakraler Übergangswirbel, oft der LWK5, der entweder mit dem Kreuzbein (Os sacrum) oder Becken (Os ilium) verschmilzt oder ein falsches Gelenk bildet.
Mechanische Fehlbelastung und Asymmetrie der Wirbelgelenke durch die angeborene Struktur.
Folge ist eine veränderte Statik und Bewegung im unteren Rücken.
Symptome
Chronische, oft therapieresistente Rückenschmerzen im unteren Rücken.
Schmerzen können in das Becken oder Bein ausstrahlen.
Bewegungseinschränkungen, Steifigkeit, Muskelverspannungen.
Selten: Kribbeln, Taubheitsgefühl im Bein, lokale Muskelverhärtungen.
Diagnose
Erhebung der Krankengeschichte und gezielte klinische Untersuchung.
Bildgebung (Röntgen, CT, MRT), um die Fehlbildung sichtbar zu machen und andere Ursachen auszuschließen.
Testinfiltrationen (diagnostische Schmerzblockaden), um die Schmerzquelle zu identifizieren.
Behandlungsmöglichkeiten
Physiotherapie zur Muskelstärkung und Beweglichkeit.
Schmerzmittel (NSAR), lokale Injektionen, ggf. Denervation (Verödung von Schmerzfasern).
Bei Therapieresistenz: Operative Entfernung des Neogelenkes oder Versteifung (Fusion) des betroffenen Wirbelsegments.
Techniken der Neuromodulation in Einzelfällen.
Prognose
Bertolotti-Syndrom kann Ursache für langwierige Rückenschmerzen sein, wird oft nicht erkannt.
Konservative Therapie bringt meist nur begrenzte Linderung.
Nach operativen Eingriffen ist bei gezielter Indikation häufig eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität möglich.
Prognose hängt von Ausmaß der Fehlbildung und der Therapie ab.