Chronische postoperative Schmerzen (CPSP)
1. Ursachen von CPSP
Zentrale Sensibilisierung: Überempfindlichkeit des Nervensystems nach einem Trauma oder einer Operation.
Narbenbildung: Verklebungen oder Verwachsungen können schmerzhaft sein.
Nervenschäden: Verletzungen peripherer Nerven während der Operation.
Entzündungen: Chronische Entzündungsreaktionen im Gewebe.
Psychosoziale Faktoren: Ängste, Depressionen oder Stress können die Schmerzwahrnehmung verstärken.
2. Risikofaktoren
Art der Operation: Höheres Risiko bei Brustkrebsoperationen, Amputationen, offene Leistenbruch-OP, Knie-Prothesen, Thorax- und Bauchchirurgie.
Starke akute Schmerzen nach der OP: Unzureichend behandelte Schmerzen können chronisch werden.
Vorerkrankungen: Chronische Schmerzen oder psychische Erkrankungen vor der OP.
Genetische Veranlagung: Unterschiede in der Schmerzverarbeitung.
3. Symptome
Persistierende Schmerzen: Schmerzen im Operationsgebiet oder angrenzenden Bereichen.
Neuropathische Schmerzen: Brennend, stechend, elektrisierend oder mit Taubheitsgefühl.
Bewegungseinschränkungen: Schmerzen, die die Mobilität einschränken.
Psychische Belastung: Schlafstörungen, Angst oder Depressionen.
4. Diagnose
Eine gründliche Anamnese und Untersuchung sind essenziell:
Schmerzcharakterisierung: Dauer, Intensität, Lokalisation und Qualität der Schmerzen.
Neurologische Tests: Überprüfung auf Nervenschäden.
Bildgebung: Ultraschall, MRT oder CT bei Verdacht auf anatomische Ursachen.
5. Behandlung von CPSP
Die Therapie erfordert oft einen multidisziplinären Ansatz:
Medikamentöse Therapie
Analgetika: Paracetamol, NSAIDs (z. B. Ibuprofen).
Neuropathische Schmerzmittel: Amitriptylin, Duloxetin, Pregabalin, Gabapentin.
Opioide: bei schweren Fällen und unter strenger Kontrolle.
Lokalanästhetika: Injektionen zur Blockade von Schmerzsignalen.
Nicht-medikamentöse Ansätze
Physiotherapie: Förderung der Beweglichkeit und Reduktion von Muskelverspannungen.
Hypnose: Kann Schmerzen lindern und Entspannung fördern.
Psychotherapie: Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) zur Schmerzbewältigung.
Akupunktur: Kann Schmerzen lindern und Entspannung fördern.
Biofeedback: Training zur Kontrolle von Schmerzreaktionen.
Interventionelle Verfahren
Nervenblockaden: Injektionen zur Unterbrechung der Schmerzleitung.
Neuromodulation: Verfahren wie periphere elektrische Nervenstimulation (PNS) oder Rückenmarkstimulation (SCS).
6. Prävention von CPSP
Optimale Schmerztherapie: Effektive Kontrolle akuter postoperativer Schmerzen.
Minimal-invasive Operationstechniken: Reduktion von Gewebeschäden.
Präoperative Beratung: Identifikation und Management von Risikofaktoren.
7. Wann spezialisierte Hilfe suchen?
Wenn Schmerzen länger als 3 Monate anhalten oder den Alltag erheblich beeinträchtigen können Sie sich an uns wenden.